Vanessa Beutler (20) ist Landwirtin, leidenschaftliche Tierpflegerin und trägt ihre Kaleido-Pumpe in Gold und Schwarz – am Arm, für alle sichtbar. Dass sie das heute so sagt, hätte sie vor einem Jahr noch nicht geglaubt.
Leben in vollen Zügen
Vanessa liebt ihren Beruf. Die körperliche Arbeit, die Natur – und vor allem ihre Mädels: die Kühe, die ihre absolute Leidenschaft sind. Als Landwirtin ist man draußen, in Bewegung, oft stundenlang ohne Pause. Sie braucht eine Pumpe, die mit ihr mitkommt und sie in ihrem Berufsalltag unterstützt. Nicht eine, um die sie sich ständig kümmern muss.
Die Kaleido macht genau das. „Die Pumpe interessiert es nicht, ob ich vier Stunden nicht draufschaue. Sie hält mich einfach.” Die Pumpe sitzt am Arm, klein, unauffällig – und läuft. Manchmal vergisst sie fast, dass sie da ist.
Farbe ins Leben
Was sie nicht vergisst: der Tag, an dem sie die Kaleido zum ersten Mal in den Händen hielt. Gold und Schwarz. Kleiner als alles, was sie bisher kannte. „Ich hatte das erste Mal seit 10 Jahren wirklich das Gefühl, dass ich gar nichts habe. Dass ich einfach frei bin.”
Vorher versteckte Vanessa ihre Pumpe, wo sie nur konnte. Keine Kleider im Sommer. Eine Jacke über dem Sensor – auch bei 30 Grad. Der Diabetes war etwas, das sie von sich fernhalten wollte, nicht etwas, das zu ihr gehörte. Mit der Kaleido hat sich das gedreht. Die Reaktionen der Leute sind heute ganz andere: kein schiefes Angucken mehr, sondern: „Oh cool, was ist das denn?” Die Pumpe ist nicht länger etwas zum Verstecken – sie ist fast schon ein Accessoire. „Die goldene Pumpe ist für mich wie ein Schmuckstück, weil ich auch viel Goldschmuck trage.”
Ein schwieriger Anfang
Das war nicht immer so. Vanessa bekam die Diagnose mit zehn Jahren – mitten im Übergang zur weiterführenden Schule. Schüchtern, neu in der Klasse, und plötzlich eine Erkrankung, die andere sahen und nicht verstanden. Die Reaktionen mancher Mitschüler taten weh, und Vanessa tat sich schwer damit, die Krankheit als Teil von sich anzunehmen.
Als kleines Mädchen kam sie an einen Punkt, an dem sie die Pumpe einfach nicht mehr tragen konnte. Ihre Mutter reagierte sofort und fuhr mit ihr in eine vierwöchige Reha nach Dresden. Es half – aber die Pubertät brachte neue Hürden. Jahrelang trug Vanessa ihre Pumpe verborgen unter Jacken, sprach kaum darüber, zog keine Kleider an. „Auch dieses Verstecken war extrem anstrengend.”
Kämpfen – und gewinnen
Den Weg zur Kaleido fand sie über einen lokalen Diabetes-Stammtisch. Sofort wusste sie: das ist es. Die Kaleido war in ihrer Praxis noch nicht bekannt – sie war die erste Patientin dort, die die Pumpe bekam. Das schreckte sie nicht ab, im Gegenteil: Gemeinsam mit ihrer Mutter kämpfte sie sich mehr als ein halbes Jahr durch Anträge und Genehmigungsverfahren. Am 1. Februar hatte sie die Pumpe.
„Man sollte auf sich selbst hören und dafür kämpfen, dass man die Krankheit so gestaltet, wie es einem selber gefällt. Man sollte bestimmen, wie das eigene Leben läuft.”
Ihr Rat
Vanessa richtet sich direkt an alle, die in einem ähnlichen Loch stecken – die mit dem Diabetes einfach nichts mehr zu tun haben wollen: „Man kann nichts an der Krankheit ändern. Aber man kann selbst entscheiden, welchen Weg man geht, um es für sich so schön wie möglich zu machen.”
Und dann fügt sie hinzu, mit einer Überzeugung, die man ihr sofort glaubt: „Man kann auf Reisen gehen. Eine Weltreise machen. Alles. Ich bin der Meinung, ich kann wirklich alles. Mir steht die Welt frei.”